Samstag, 22. November 2014

Ein Steak aus Mehl?!

Nach dieser Überschrift werden sicher einige von euch lauter Fragezeichen im Kopf haben.
Ich bin mir sehr bewusst, dass das Verhältnis zwischen Fleischesser und Veganer als verschärft, schwierig und sehr problematisch angesehen wird. Das muss es aber nicht sein.

Mit dem Begriff ,,Fleisch-Ersatz“ lehnt man sich sehr schnell und weit aus dem Fenster. Natürlich wird man in keinem Stück ,,Fake-Fleisch“ das alles hinein bekommen, was sich in einem richtigen Stück Fleisch befindet. Aber das muss auch nicht sein, denn heutzutage findet man dort auch neben Vitamine und Mineralstoffe allerhand an Hormone und Antibiotika. Daher ist es auch so wichtig, zu wissen wo sein Fleisch herkommt, nicht nur damit man einen Ansprechpartner hat, sondern man auch um weiter als nur bis zum Tellerrand denken zu können. Transparenz bei Lebensmitteln ist super wichtig, denn woher sollen wir sonst wissen was unsere Kinder, unsere Partner und wir uns regelmäßig "reinschaufeln"? 



Seitan Grundrezept




Oft werde ich gefragt, ob ich eigentlich vegetarisch oder vegan lebe. Nein, dem ist nicht so, also nicht wirklich, denn ich ernähre mich hauptsächlich vegetarisch, habe aber eine große Freude beim Zubereiten von veganen Speisen entwickelt. Und wenn ich ehrlich sein soll, ich benutze auch sehr, sehr selten einen ,,Fleisch-Ersatz“, es sei denn ich experimentiere an einem neuem Rezept herum, wo im Ursprung ein Stück Fleisch reingehört hat. Mir ist wichtig, dass ich weiß wo meine Eier herkommen, wo das Stück Fleisch damals auf der Weide gegrast hat und in welchem Meer/See mein Fisch geangelt wurde. Da die Qualität und eine etwas lebenswerte Lebensweise der Tiere nicht wenig kostet, haben wir, mein Mann und ich, uns dafür entschieden mehr Geld zu investieren und dafür keine massenhaltungs oder vergleichbare Produkte zu konsumieren. Sprich: Lieber mehr in qualitativ hochwerigen Gemüse, Obst und Getreide zu investieren, damit ein tolles Essen zubereiten und sich freuen, dass man so die Welt ein kleines bisschen netter gestaltet hat. Ganz schlimm finde ich diese Schäppchenangebote in vielen Supermärkten, denn man muss sich bei so einem Preis doch bewusst sein, dass das Fleisch/Produkt keine gute Qualität und kein annähernd gerechtes, ausgeglichenes Leben haben kann/konnte.

Jeder soll das essen, was er für richtig hält und mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

Ich hoffe, dass die Veganer unter euch sich nicht die Hände über den Kopf zusammenschlagen und die Fleischesser noch neugierig auf das Steak aus Mehl sind. :)

Für ca. 4 Portionen

Folgende Zutaten werden benötigt:
1 Liter Wasser
1 kg Vollkornweizenmehl
1 TL Paprikapulver
1 TL Knoblauchpulver
1 TL Zwiebelpulver
Salz
Pfeffer
etwas Kurkuma

1 Liter Gemüsebrühe

5 EL Sojasauce
Prise Salz

Außerdem:

Sieb
Schüssel



Zubereitung:
Vollkornweizenmehl und Wasser zu einem homogenen Teig kneten und diesen ca. 1 Stunde stehen lassen. Den Teig in das Sieb legen, das Sieb in der Spüle befestigen und kaltes Wasser aus dem Wasserhahn laufen lassen. Währenddessen den Teig unter den laufenden Wasser kneten, der Vorgang kann gut 15-20 Minuten dauern. Der Teig sollte nun glatt, leicht gummiartig und nicht mehr körnig sein.

Zum Teigball nun die ganzen Gewürze geben und diese einkneten. Gemüsebrühe, Sojasauce und Salz in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Anschließend den Teigball, den man so formen kann wie man es gerne möchte, vorsichtig in den Topf gleiten und für 1 Stunde sanft köcheln lassen.




Nach der Stunde ist der Teigball größer, weicher und fasriger geworden. Ich schneide ihn nun in Scheiben und gebe diese dann nochmal für gut 40 Minuten in die Gemüsebrühe zurück, wo die Stücke noch etwas schwimmen und weitergaren dürfen.




Wie man nun schon erkennen kann, sehen die ,,Fleischstücke dem richtigen Fleisch sehr ähnlich.
Man könnte sie aus der Brühe nehmen und schon so servieren, oder wie ich sie gerne zubereite, die ,,Fleischstücke mit allem was man findet ( zum Beispiel: Paprika, Salz, Pfeffer, Kümmel, Knoblauchpulver, etwas Chilli) würzen und sie in etwas (Oliven)Öl schon scharf, beidseitig, anbraten.


Wer es weniger umständlich möchte, der kann das Glutenpulver schon fertig kaufen und muss dieses vor dem Kochen nur noch mit Gewürzen und Wasser vermengen. Das spart Zeit und auch preislich ist es auch noch vertretbar. 

Ich hoffe der ein oder andere von euch wird sich an diesem Rezept erfreuen und es mal nachkochen.
Zu den Seitan-Steak könnt ihr wie sonst auch Gemüse, Knödel/Kartoffeln/Nudeln und Sauce servieren. Lasst es euch schmecken! 

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